DAVID

MERAN

ARTIST STATEMENT

 

Unsere Umgebung ist ein variables, permanent bearbeitetes Konstrukt aus behaupteten Realitäten, sozialen Übereinkünften, implementierten Codes. Ein Konstrukt, das unter Druck steht, in bestimmten Normen, Vorstellungen, Erwartungen und Gleichgewichten funktionieren zu müssen; das als solches erst durch seine Glitches und Errors sichtbar wird.

 

Meine künstlerische Arbeit erforscht die Fragilität, die Gespanntheit, die Balance oder auch die Dissonanz, den Widerspruch dieser Netze aus Zuständen, Prozessen und Orten, in denen wir leben. Orten der Existenz, des Außen-Seins und Aus-Sich-Gehens; der Inszenierung und Verhandlung; der Tradierung und des Aufbegehrens; der kulturellen Grenzen und Ko-Existenzen; der maßgeschneiderten und bewusst gesetzten Botschaften, der Provokation und des Zurechtweisens; der Erschütterung, der Beheimatung und des Verlassens.

 

Ein unmittelbares, haptisches Erleben am Kunstobjekt zu ermöglichen, das durch dieses gleichzeitig hinterfragt wird, steht dabei im Vordergrund. Meine Arbeit versucht, die Strukturen und Mechanismen jener Orte und Konstrukte zu irritieren, ihre Mechanik zu offenbaren und den ihnen inhärenten, absurden Witz freizulegen. Sie spielt mit den Formeln und Bruchstellen in der Produktion und Inszenierung von Kulturgütern, sei es in den Kunstmärkten, in der Design- oder in der Textilindustrie. Durch kleine aber wirkungsvolle manipulative Eingriffe und die Umkehrung der Gebrauchswerte ihrer Gegenstände, dekonstruiert sie materielle Zuschreibungen und Leerläufe kollektiver Erinnerungs- und Tradierungskulturen. Soziokulturelle und gesellschaftspolitische Problematiken werden somit in ein abstrakt-abstrahiertes, kritisches, aber ebenso spielerisches, aufforderndes und provokativ soziales Licht gerückt.

 

In dem Ausmaß, in dem mein künstlerisches Schaffen komplexe und vielschichtige gesellschaftliche Phänomene, ihre unterschiedlichen Ebenen, Perspektiven und Differenzen reflektiert, arbeite ich mit verschiedenen medialen Formen. So wenig, wie es den einen wahren Blick auf die Welt geben kann, so sehr verweigern sich auch meine Arbeiten nur einem einzigen Blick, sondern stellen sich in mehreren medialen Perspektiven dar. Meist angesiedelt zwischen Skulpturalität, Installation und Fotografie, realisiert sich ihre Gesamtheit als Kunstwerke zwischen diesen Medien, nicht nur als Skulptur oder Installation, sondern auch durch ihre Haptik, ihre buchstäblichen Berührungspunkte, im Kontext ihrer spezifischen räumlichen Umgebung, in der fotografischen Inszenierung. Die Fotografien, die in diesem Portfolio versammelt sind, stellen demnach integrale Bestandteile und wesentliche Facetten der abgebildeten Kunstwerke dar. Sie sind nicht bloße Dokumentation, sondern tragendes Element ihrer Konstruktion und Inszenierung.

 

 

ENGLISH VERSION

 

Our environment is a variable, permanently edited construct of asserted realities, social conventions, implemented codes. A construct that is under pressure to function within certain norms, conceptions, expectations and equilibria; that only becomes visible as such through its glitches and errors.

My artistic work explores the fragility, the tension, the balance or even the dissonance, the contradiction of these networks of states, processes and places in which we live. Places of existence, of being outside and going out; of staging and negotiation; of transmission

and rebellion; of cultural boundaries and co-existences; of tailor-made and consciously set messages, of provocation and rebuke; of shock, of home and of leaving.

The focus here is on enabling an immediate, haptic experience of the art object that is simultaneously questioned by it. My work attempts to irritate the structures and mechanisms of these places and constructs, to reveal their mechanics and to expose their inherent, by absurd wit. It plays with formulas and breaks in the production and staging of cultural goods, the art markets and the design-or in the textile industry. Through small but effective manipulative interventions and the reversal of the utility values of my objects, it deconstructs material attributions and empty runs of collective cultures of memory and tradition. Socio-cultural and socio-political problems are thus placed in an abstract, critical, but also playful, challenging and provocative social light. To the extent that my artistic work reflects complex and multi-layered social phenomena,

their different levels, perspectives and differences, I work with different media forms. As little as there can be one true view of the world, so much do my works refuse a single view, but present themselves in several media perspectives. Mostly located between

sculpture, installation and photography, their entirety is realized as works of art between these media, not only as sculpture or installation, but also through their haptics, their literal points of contact, in the context of their specific spatial environment, in the

photographic staging. The photographs assembled in this portfolio thus represent integral components and essential facets of the artworks depicted. They are not mere documentation, but the supporting element of their construction and staging.

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